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Brahms-Solisten Hamburg, 5. Oktober 2005
Gründungskonzert in der Laeiszhalle, Hamburg.
Beitrag und O-Töne werden inzwischen auf Anfrage zur Verfügung gestellt.
Beitrag Eine sendefertige 5-Minuten-Reportage über das Gründungskonzert.
O-Ton Franck-Thomas Link, Pianist und künstlerischer Leiter, über die Brahms-Solisten Hamburg. Länge 01 min 50 sec.
"Brahms ist sicherlich einer der Schwerpunkte unserer Arbeit, und ist natürlich einer der wichtigsten Komponisten, einer der wichtigsten Musiker überhaupt in Hamburg- und Solisten hat ein bisschen was damit zu tun, dass wir eben nicht in einer festen Besetzung spielen, so wie zum Beispiel ein Quartett oder ein Trio oder ein Duo oder sowas, sondern wir spielen in wechselnden Besetzungen. Hier in unserem ersten Gründungskonzert spielen wir als Klavierquintett, allerdings wird dort auch schon ein Streichquartett, nämlich von Webern die 5 Sätze Streichquartett erklingen, das heisst, wir haben eigentlich eine variable Besetzung, deshalb fanden wir es eigentlich besser, uns Brahms-Solisten zu nennen, und nicht Brahms-Ensemble oder Ensemble Brahms oder sowas, natürlich ist es immer schwierig, einen Namen zu finden für Ensembles. Aber ich plane jetzt im Moment Programme, wo Brahms schon immer wieder auftaucht, das kann im Zusammenhang sein Brahms und seine Freunde, Brahms war zum Beispiel ein grosser Liebhaber von Dvorcak, wo sicherlich natürlich auch das Quintett von Dvorcak dran sein wird, und natürlich hat er als Kontrapunktiker Bach sehr verehrt, man kann thematisch immer Brücken schlagen, wo Brahms sehr präsent ist. Dann spielt es bei Brahms auch eine Rolle, dass er nicht glücklich war in Wien, immer gerne wieder zurück nach Hamburg wollte, er hatte immer Heimweh, aber nie wirklich einen Job hier bekommen, hat sich immer wieder beworben und war sehr traurig, aber in Wien ausgesprochen erfolgrich und er war sich auch seiner Nachfolge von Beethoven und Schubert vollkommen bewusst, trotzdem, er wollte immer wieder zurück und solche Thematik kann man auch mal aufgreifen, wenn es um Heimweh oder Sehnsucht geht, ich glaube, dass wir in der Art unserer Programme bauen werden."
O-Ton Franck-Thomas Link, Pianist und künstlerischer Leiter, über das Programm des Gründungskonzertes. Länge 01 min 13 sec.
"Die beiden Stücke sind extrem gegensätzlich in ihrer Form, also was den Reichtum im Brahms-Quintett ausmacht, macht die spartanische Arbeit, die asketische Arbeit im Quartett von Webern aus. Der Gehalt vom grossen romantischen Werk ist bei Webern innerhalb weniger Takte da, es ist eigentlich ein bisschen vergleichbar mit japanischen Tuschzeichnungen, äusserst knapp, äusserst konzentriert, keine überflüssige Note, also Miniaturen letztlich und dieser Gegensatz ist natürlich für uns sehr interessant. Brahms und Webern waren an sich sehr unterschiedliche Charaktere, die haben nicht gleichzeitig gelebt, dass man nicht denkt, die waren bewusst gegensätzlich, Brahms war sehr lebenslustig, hat gerne gegessen und gerne getrunken, er war zwar irgendwie ein Griesgram, hat aber doch das Leben sehr geliebt. Und Webern war ausserordentlich asketisch, minimalistisch, Bescheidenheit war eines seiner Ziele und das wird hier doch sehr deutlich."
O-Ton Saskia Ogilvie, Violoncello, über sich und Kammermusik. Länge 00 min 59 sec.
"Wir spielen allerdings auch sehr gerne Brahms und es gibt sehr schöne Literatur gerade für unsere Besetzung, also Klavierquintett und- quartett, das ist alles Literatur, die wir sehr gerne spielen und insofern gibt es auch Sonaten, was uns liegt und was wir gerne tun. Meine Mutter ist Pianistin und ich mache Kammermusik seit ich denken kann, seitdem ich 8 Jahre alt bin, sehr intensiv und natürlich ist die Kammermusik in der Literatur eins von den wichtigsten für uns, weil sie doch die tiefsten Werken beinhaltet, vom Orchester abgesehen, es ist immer etwas, wo man seine Stimme alleine spielt, jetzt im Vergleich zum Orchester, was ich sonst mache, man vertritt seine eigene Stimme und ist doch ganz im Kontext mit den anderen und erreicht dadurch doch immer eine besondere Ebene."